LÄDT

Drittversuch nicht bestanden

Jeder kann mal einen schlechten Tag haben oder gerade das Thema einer Prüfung nicht beherrscht haben, so dass es zu einem Prüfungsmisserfolg kommt. Da jede Prüfung dadurch charakterisiert ist, dass zum Prüfungszeitpunkt die erforderliche Leistung erbracht werden muss, ein einmaliges Versagen bei einer Prüfung aber keine Aussage dahingehend erlaubt, dass man zur Erbringung der nötigen Leistung nicht in der Lage ist, ist es von Verfassung wegen geboten, dass die Prüfungsordnung eine Wiederholungsprüfung ermöglichen muss. Das ist auch durchgängig der Fall. In der Regel sehen Prüfungsordnungen nicht nur eine einmalige Wiederholungsmöglichkeit vor, sondern die Möglichkeit, eine nicht bestandene Prüfung auch ein zweites Mal zu wiederholen. Es gibt sogar Prüfungsordnungen in denen die Möglichkeit besteht, wenn der Drittversuch nicht bestanden ist, in einer studienbegleitenden Leistungsüberprüfung eine mündlichen Prüfung abzulegen. 

Bei Bachelor oder auch Masterarbeiten gibt es demgegenüber ganz überwiegend nur eine Wiederholungmöglichkeit. Auch das ist der Verfassung entsprechend.

Die Beschränkung der Wiederholungsmöglichkeit baut auf von Prüfungsmisserfolg betroffenen Studierenden natürlich immer mehr Druck auf. Wenn der letzte Prüfungsversuch ansteht, ist klar, dass dieser bestanden werden muss. Bleibt der Prüfungserfolg erneut aus, ist die Prüfung endgültig nicht bestanden und damit das gesamte Studium, egal in welchem Semester man sich befindet, gescheitert. Wenn aber der Fall einer endgültigen Nichtbestehens und damit das Scheitern des Studiums vorliegt, hat das die gravierende Folge, dass man auch nicht an einem anderen Studienort in der Bundesrepublik Deutschland das Studium neu beginnen kann.

Da es verfassungsrechtlich nur geboten ist, Prüflingen eine Wiederholungsmöglichkeit einzuräumen, erklärt es sich, dass eine 3. Wiederholungmöglichkeit nicht beansprucht werden kann. Es kann seltene Fälle geben, in denen selbst dann, wenn in der Prüfungsordnung eine 3. Wiederholungsmöglichkeit nicht vorgesehen ist, es gerechtfertigt sein, eine solche 3. Wiederholungmöglichkeit zu beantragen. Es muss aber ein außergewöhnlicher Fall vorliegen, ein solcher Ausnahmefall kann beispielsweise darin bestehen, dass der Prüfling sich der Prüfung im 3. Versuch unterzog, ohne zu wissen, dass die Prüfungsfähigkeit nicht gegeben war. Die Anforderungen der Gerichte sind so hoch bei der Gewährung einer 3. Wiederholungmöglichkeit, dass sich niemand darauf verlassen darf, eine 3. Wiederholungmöglichkeit zu erhalten.

Wir wissen also, dass die Zahl der Wiederholungmöglichkeiten begrenzt ist; im weiteren Wissen, dass die psychische Belastung mit jedem weiteren Prüfungsversuch höher wird, kann es durchaus sinnvoll sein, sich schon bei der ersten nicht bestandenen Prüfung Gedanken dazu zu machen, ob die Anfechtung dieses Prüfungsergebnisses ggf. sinnvoll ist, also Erfolg verspricht. Wäre das so, würde zum Beispiel in einem verwaltungsgerichtlichen Verfahren festgestellt werden, dass die Prüfungsentscheidung fehlerhaft und rechtswidrig war, könnte man diese erste Prüfung noch einmal wiederholen, selbst wenn man in der Zwischenzeit die beiden Wiederholungmöglichkeiten ohne Erfolg absolvierte.

Noch etwas ist bei Wiederholungsprüfungen zu beachten:

Es gibt Prüfungsordnungen, die vorgeben, innerhalb welchen Zeitraums bzw. zu welchem Termin eine Wiederholungsprüfung abzulegen ist. Wird diese zeitliche Vorgabe nicht beachtet und deswegen die Prüfung nicht durchgeführt, kann es zu der Situation kommen, dass man keinen Wiederholungsversuch mehr hat, obwohl man die in der Prüfungsordnung vorgesehene Zahl der Wiederholungsprüfung noch gar nicht erreicht hat. So kann es zum sogenannten fiktiven Nichtbestehen einer Prüfung kommen, damit aber auch zu einem endgültigen Nichtbestehen einer Prüfung und damit wiederum zum Scheitern des ganzen Studiums. Auch das zeigt, dass man unbedingt die Regeln seiner Prüfungsordnung kennen sollte, insbesondere sich dann, wenn man in eine Wiederholungsprüfung muss, kundig machen muss, welche Anforderungen nicht zuletzt in zeitlicher Hinsicht in der Prüfungsordnung gestellt sind.

Auf dieser Internetseite werden einige der zahlreichen möglichen Probleme bei Prüfungen näher dargestellt. So Da es um sehr viel geht, rechtfertigt es sich in der Regel, rechtskundigen Rat einzuholen. Herr Rechtsanwalt Sion, der in seiner Düsseldorfer Kanzlei Prüfungsrecht seit mittlerweile 30 Jahren bearbeitet, steht auch für ein kurzfristig notwendig erscheinendes Gespräch zur Verfügung; einen Termin können Sie telefonisch 0211 324274 oder per E-Mail kontakt@sion-rechtsanwalt.de vereinbaren.