Kann ich die Zeugnis-Noten meines Kindes anfechten?

Rechtsanwalt Jörg Sion im Gespräch mit WDR 2

Notenanfechtung

Welche Erfolgsaussichten hat ein Widerspruch gegen schlechte Noten?

Jörg Sion: Das kann man pauschal nicht sagen, da muss man sich immer den einzelnen Fall anschauen. Wenn ein Schüler viele Fünfen auf dem Zeugnis hat, kann man schon eher sagen: Das hat weniger Sinn. Denn die Chance, dass man so viele Noten geändert bekommt, ist äußerst gering. Wenn man in einem Bereich ist, wo nur ein bis zwei Punkte fehlen, empfiehlt es sich hingegen oft, Widerspruch einzulegen, denn es kann die Möglichkeit bestehen, dass sich ein Punkt finden lässt und der Schüler so die Note bekommt, die ihm fehlt.

In Fällen, in denen beispielsweise unangemessene Anforderungen vorlagen, gibt es in der Regel gute Chancen, die Noten geändert zu bekommen. Auch dann, wenn es darzulegen gelingt, dass ein Lehrer unfair war oder willkürlich handelte, stehen die Chancen für den Erfolg eines Widerspruchs gut.

Das ganze Interview: http://www.rundschau-online.de/ratgeber/finanzen/recht/rechtsanwalt-gibt-tipps-kann-ich-die-zeugnis-noten-meines-kindes-anfechten--27946882

Auszug: Was müssen Eltern beachten, wenn wegen schlechter Noten keine Versetzung erfolgt?

Jörg Sion: Wenn es darauf ankommt, dass die Note angehoben wird, um eine Versetzung zu erhalten, gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Hier könnte man zum Widerspruchsverfahren auch noch das Verwaltungsgericht einschalten. Das Ziel ist dabei, mit einem vorläufigen Rechtschutzverfahren eine Berechtigung auszusprechen, dass der Schüler zunächst vorläufig in die nächst-höhere Klasse kommt. Das ist wichtig, weil man damit einen Zeitverlust ersparen kann. Mit dem Verfahren kann man schneller eine – vorläufige - Entscheidung herbeiführen.

Können Eltern mündliche Noten anfechten?

Jörg Sion: Bei mündlichen Noten ist es schwierig, weil man keine richtige Grundlage hat. Die Sichtweise auf die Leistung von Lehrern und Schülern sind oft unterschiedlich, da steht Beobachtung gegen Beobachtung. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass im Zweifel eher auf die Beurteilung des Lehrers vertraut wird. Man findet auch kaum Mitschüler, die die eigene Darstellung bestätigen.

Denn die wenigsten sind geneigt, hier in Erscheinung zu treten, weil sie Angst davor haben, dass es zum eigenen Nachteil gereicht. Da kann man allenfalls auf den Vergleich zu den letzten Schuljahren gehen. Wenn der Schüler da durchweg gut war, spricht etwas dafür, dass eine plötzlich eintretende schlechte mündliche Note nicht die richtige Beurteilung war.

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