Klagen gegen Schulnoten: Mit dem Anwalt zum Abitur?

Rechtsanwalt Jörg Sion im Gespräch mit WDR 2

Der Rechtsanwalt aus Düsseldorf vertritt Eltern seit über 20 Jahren gegenüber Schulen und Schulbehörden. In der Regel steht die Klage aber nicht an erster Stelle. "Zunächst einmal legt man einen Widerspruch bei der Schule ein, und wenn die Schule die Note nicht abändert, dann geht die Angelegenheit zur Widerspruchsbehörde - das ist das Schulamt oder die Bezirksregierung." Sofern keine Einigung erzielt werden konnte, käme es erst danach zur Klage.

Unterschiedliche Erfolgschancen
Die Erfolgsmöglichkeiten eines juristischen Einspruches seien unterschiedlich, so Sion. "Im Widerspruchsverfahren sind sie noch am besten. Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren sind die Chancen schon wesentlich geringer. Das heißt, man sollte schon versuchen, gemeinsam mit der Schule zu einer Änderung der Note zu kommen", so Sion im Gespräch mit WDR 2.

Grundsätzliches Fehlverhalten nachweisen
Ein Problem bei den Verfahren sei es, dass Noten von außen nicht weiter überprüft werden könnten, weil man nicht dabei sei, wenn die schulischen Leistungen erbracht werden. "Die Lehrer haben deswegen auch einen Beurteilungsspielraum, der nur sehr eingeschränkt zu überprüfen ist." Wenn man die Note anfechten wolle, müsse man Voreingenommenheit, Ungleichbehandlung oder unfaire Behandlung von Schülern nachweisen können.

Aussichtslose Klagen
Es gibt auch Fälle, in denen der Jurist seinen Klienten rät, nicht den juristischen Weg einzuschlagen. "Wenn am Ende des Schuljahres vier Fünfen auf dem Zeugnis stehen, kann man natürlich jede einzelne Note angreifen. Aber wenn man dann auch noch in den vorherigen Zeugnissen sieht, dass es sich um einen Dauerzustand handelt, dann wird klar, dass es besser ist, eine Klasse zu wiederholen."

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